Was zählt bei der Entwicklung des Sternengartens?

Workshop Sternengarten - 27.11.2018

Zum Workshop „Seniorenwohnen im Sternengarten“ wurden alle Einwohnerinnen und Einwohner über 60 Jahren und die direkten Anlieger des Areals Sternengarten persönlich eingeladen. Über 10 % der 500 angeschriebenen Personen meldeten sich zum Workshop an, der am 27.11.2018 in der Schulaula mit ca. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfand.
Ziel der Veranstaltung war es, Hinweise und Ideen aus der Bürgerschaft zur Realisierung und Organisation der geplanten Pflegeeinrichtung sowie zur Nutzung und Gestaltung des Sternengarten-Areals zu erhalten. Die Ergebnisse werden einerseits im Gesamtgemeindlichen Entwicklungskonzept in die Ziele und Maßnahmen zu den jeweiligen Handlungsfeldern einfließen, andererseits konkret als Grundlage für den städtebaulichen Entwurf zur Bebauung des Areals Sternengarten herangezogen.





Vorträge




Einführung und GEK

Nach einer Einführung durch Bürgermeister Michael Baumann stellten Matthias Weber und Dr. Jutta Breitschwerd zunächst die Grundlagen des Gemeindeentwicklungskonzepts, die Beteiligungsmöglichkeiten und die Handlungsfelder vor. Diese umfassen die Ortsentwicklung, aber auch Themen wie Verkehr und Mobilität, Schule, Bildung und Betreuung, Freizeitgestaltung, unsere umgebende Natur, Wirtschaft und Tourismus sowie die technische Infrastruktur.




Betreuungsbedarf und Wohnformen

Barbara Reek vom Seniorenbüro des Landkreises Emmendingen zeigte da-raufhin den statistisch prognostizierten Betreuungsbedarf für Weisweil auf und stellte verschiedene Formen von Seniorenwohnen und Pflege vor.




Das Angebot der Caritas

Rainer Leweling, der Geschäftsführer des Caritasverbands für den Landkreis Emmendingen e.V., präsentierte danach die Leistungen seines Verbandes als Träger von Senioreneinrichtungen und skizzierte die Pflegewohngemein-schaft und das betreute Wohnen als Ideen für die geplante Senioreneinrichtung in Weisweil.

Diskussionsergebnisse

Allgemeine Vorschläge der Arbeitsgruppen zum Seniorenwohnung und zur Nutzung und Gestaltung des Areals wurden arbeitsgruppenübergreifend zusammengefasst. Darauf folgen verschiedene Plandarstellungen mit Ideen zur konkreten Gestaltung und Bebauung, die durch drei Arbeitsgruppen angefertigt wurden.

Durchlässiges System

Idealer Weise sollte man mit steigendem Pflegebedarf nicht die Einrichtung / den Ort wechseln müssen. So könnte beispielsweise ein Umzug ins betreute Wohnen ein erster Schritt sein. Wenn der Betreuungsbedarf steigt, könnte dann ein Umzug in die WG erfolgen.

Vorteil Betreutes Wohnen

Durch das betreute Wohnen kann der Übergang erleichtert werden, denn der Schritt vom selbständigen Wohnen im Eigenheim in eine Senioren-WG ist unter Umständen recht groß.

Kurzzeitpflege

Gerade nach Krankenhausaufenthalten spielt Kurzzeitpflege eine wichtige Rolle. Sie sollte, auch zur Entlastung der Angehörigen, vor Ort angeboten werden können.

Wohngemeinschaft

Das Konzept der Wohngemeinschaft wird insofern kritisch gesehen, als es Menschen zum Zusammenleben zwingt, die unter Umständen nicht gut miteinander auskommen. Zur Vermeidung von Konflikten wäre die Aufteilung in zwei WGs mit je 8 Plätzen ideal.

Gestaltung der Wohn- und Gemeinschaftsräume

  • Helle, lichtdurchflutete Räume, auch in den Zimmern
  • Zimmer in unterschiedlicher Größe, damit Ehepaare ein gemeinsames Zimmer erhalten können.
  • Ein Multifunktionsraum im Haus, damit Begegnungen mit Schülern, Vereinen, Kindergarten etc. gestaltet werden können.
  • Ein Therapieraum für verschiedene Anwendungen (Fußpflege etc.)
  • Die Zimmer sollten Rückzugsmöglichkeiten bieten, man sollte dort auch essen können.
  • Die Zimmer sollten Balkon haben.

Organisation der Betreuung / Pflege

  • Bedarf an Kurzzeitpflege
  • Betreuung sollte auch übers Wochenende stattfinden (Notdienst, Rufbereitschaft)
  • Essen auf Rädern könnte organisiert werden, idealer Weise durch Anbieter aus dem Ort oder der Region
  • Das Halten von Haustieren sollte möglich sein.
  • Schlüsseldienst: Hausmeister sollte einen Schlüssel erhalten
  • Kooperationen mit Ärzten oder Apotheken, die ins Haus kommen, sollen geschaffen werden.

Tagespflege

Die geplante Gestaltung sollte die Option einer späteren Schaffung der Tagespflege beinhalten.

Offene Fragen:

  • Wer bestimmt über die Vergabe der Plätze?
  • Was kostet ein Betreuungsplatz? Wird es eine Finanzierungsberatung geben?
  • Kann man einen Platz im betreuten Wohnen erwerben oder mieten?
  • Wie wird die Qualität der Pflege gesichert?

Nutzung:

Nahversorgung stärken

  • Wenn betreutes Wohnen geschaffen wird, sollte auch die Nahversorgung und die medizinische Versorgung gestärkt werden, um die Selbständigkeit zu erhalten.
  • Genossenschaftlich organisierte Einkaufsmöglichkeiten könnten geschaffen werden.
  • Analog zum Café Plausch ein Café mit Sitzgelegenheiten
  • Marktplatz

Wohnraum schaffen

  •  Auf dem Areal könnten Mietwohnungen (auch kleinere Wohnungen), sozialer Wohnungsbau oder  Einfamilienhäuser entstehen.

Begegnungsstätte im Ort

  •  Mehrgenerationenspielplatz mit Fitnessgeräten für jedes Alter. Oder: Wegen Lärmentwicklung gar kein Spielplatz.
  • Außenstelle des Bürgerbüros für Hilfe beim „Schriftkram“
  • Begegnungsstätte für Jung und Alt

Gestaltungsgrundsätze

Lärm- und Verkehrsschutz:Abgrenzung zur L104 / Hinterdorfstraße: entweder durch die Bebauung selbst (dies wertet die Freiflächen des Areals auf), oder durch das Zurücksetzen der Wohngebäude (dies erlaubt ruhigeres Wohnen).

Freiraum:Ruhezone mit beschatteter / überdachter Freifläche. Ein naturnaher Bereich mit Ruhebereichen und Treffpunkten sollte geschaffen werden. Die Bebauung sollte nicht zu dicht erfolgen. Erhalt des Baumbestandes wird gewünscht.

Zufahrt / Zugang:Fußweg Richtung Sternenstraße zu Kirche und Gemeindehaus. Ausreichend Parkplätze sollen geplant, evtl. eine Tiefgarage gebaut werden.

Fotoprotokoll




Gruppenarbeit

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